18. September 2014
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Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen globalen "Change" würden Sie realisieren?

Eric Syz, Gründungsmitglied und General Manager der Bank Syz & Co. AG

Eric Syz, Gründungsmitglied und General Manager der Bank Syz & Co. AG: "Hätte ich diese Macht, würde ich nicht viel verlangen. Lediglich, dass unsere Finanzindustrie im gleichen Masse die Unterstützung seitens der Behörden und der Medien erfährt, wie dies bei unseren Konkurrenten der Fall ist. Es ist interessant festzustellen, dass sich die angelsächsische Presse stets auf die Seite ihres Finanzplatzes schlägt, während wir einen gewissen Hang zur Selbstgeisselung pflegen. In der Schweiz gehört es zum guten Ton der Medien, systematisch die Banken zu kritisieren, während uns die öffentliche Meinung weitgehend wohlgesinnt ist."


Change ist...

Renate Schwob«Change steht für mich für Umdenken, Neuanfang, neue Ziele in der Politik wie im Leben jedes Einzelnen. Change heisst nicht nur: Bestehendes verändern, sondern auch: Bestehendes über Bord werfen, wenn es neuen Zielen im Weg steht.» (Renate Schwob, Leiterin Finanzmarkt Schweiz) weiter »


Samy Liechti«Change ist Alltag. Wenn ich mir vorstelle, wie die Welt 1988, als ich mein Studium angefangen habe, ausgeschaut hat und in welcher Welt wir heute leben, so hat sich sehr viel verändert. Veränderungen werden weiterhin eine Konstante bleiben.» (Samy Lichti, Gründer Blacksocks) weiter »


Joachim H. Strähle«Wichtig ist, dass „Change“ immer auch als Chance gesehen und genutzt wird. Dies gilt auch für die aktuelle Situation. Sie birgt ebenfalls Potenzial, Altlasten zu eliminieren und Neues sowie Besseres auf die Beine zu stellen.» (Joachim H. Strähle, CEO Bank Sarasin) weiter »


Dr. Fleur Platow«Darunter verstehe ich die Kraft, traditionelle Werte flexibel mit der Tendenz des Wandels zu vereinbaren, die via Technologie und Globalisierung unser tägliches Leben beherrscht.» (Dr. Fleur Platow, Finanzexpertin) weiter »


Kapitalanlagen: «Investitionen müssen transparenter werden»

Dr. Fleur PlatowDr. Fleur Platow ist Finanzkolumnistin. Die Finanzexpertin ist Tochter des Begründers des bekannten deutschen Platow-Briefs. Fleur Platow veröffentlicht regelmässig Marktkommentare für Anlegerinnen im Schweizer Smart Ladies’ Investment Club SLIC, mit dem sie die Finanz-Investment-Planungs-Schule «FIPS» gegründet hat. Sie ist Autorin des Buchs «Und ewig lockt das Geld – Mit femininen Strategien zum globalen Anlageerfolg».

change.ch sprach mit Fleur Platow über das vergangene und das kommende Börsenjahr.

 


 
   
 

change.ch
Das Jahr 2008 war ein ganz besonderes Börsenjahr und wird aufgrund seiner aussergewöhnlichen Turbulenzen in die Geschichte eingehen. Frau Platow, wie sieht Ihr persönlicher Rückblick aus?


Fleur Platow
Ebenfalls hektisch. Der Bedarf an Hintergrundinformationen ist drastisch angestiegen und damit auch die Anfragen für Reden, Seminare oder Workshops. Der Kollaps der viertgrössten US-Investmentbank Lehman Brothers war die herbste Enttäuschung für mich. Generell sind meine Verluste im Portefeuille auch schmerzhaft; sie halten sich im Vergleich zu den Benchmarks aber in Grenzen. 

Welche Entwicklungen erwarten Sie an den internationalen Finanzplätzen für das kommende Jahr?

Im ersten Halbjahr nach dem Amtsantritt von Obama erwarte ich wiederum Turbulenzen an den Börsen. Die Themen Rezession, Risikoaversion und Kapitalrückführung werden den US-Dollar vor allem in der ersten Hälfte 2009 temporär immer wieder stützen. Aber im Verlauf des Jahres werden die massiven geldpolitischen Lockerungen der Notenbanken fühlbare Entlastung bringen. Auch die Fiskalprogramme werden langsam zu wirken beginnen. An der Börse, die konjunkturelle Entwicklungen vorweg nimmt, wird dies nachhaltigere Erholungstendenzen bewirken.

Im Januar 2009 beginnt die Amtszeit des neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Welchen «Impact» wird uns dieser «Change» bringen?

Der neue Präsident ist eine charismatische Figur. Damit sind die Voraussetzungen für die allmähliche Rückeroberung einer Führungsposition der USA in Sachen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte gegeben. Vor allem aber wird Obama seinen Beitrag zur Reetablierung des verlorenen Vertrauens in vielen Bereichen der Wirtschaft leisten – ein vorrangiges Thema in den nächsten Jahren.

Barack Obamas Slogan lautet: «Change - Yes We Can!» Frau Platow, wie lautet Ihr Slogan für 2009?


Als Fachfrau für Geld– und Kapitalanlagen lautet mein Wahlspruch für 2009: Zurück zu einfachen, leicht verständlichen und transparenten Investitionen. Wichtig ist, welche langfristigen und nachhaltigen Strategien verfolgt werden und nicht die Konzentration auf kurzfristiges Gewinnstreben!

Wir leben in einer sehr dynamischen und veränderungsreichen Zeit. Womit bringen Sie den Begriff «Change» in Verbindung?

Darunter verstehe ich die Kraft, traditionelle Werte flexibel mit der Tendenz des Wandels zu vereinbaren, die via Technologie und Globalisierung unser tägliches Leben beherrscht.

Schliesslich unsere «Change»-Frage: Wenn Sie alle Macht der Welt hätten, welchen globalen «Change» würden Sie realisieren?


Ich würde den Prozess der sich wieder öffnende Schere zwischen Arm und Reich auf dieser Welt revidieren. Denn soviel ist gewiss: Die Finanzkrise zeigt ihre Spuren insbesondere in den Elendsvierteln der Schwellenländer – aber nicht nur dort.

Interview: Zoran Bozanic, Dezember 2008

 

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